Patientenverfügung ist Patientenvorsorge

Warum ist eine medizinisch fundierte Patientenverfügung so wichtig?

Patientenverfügung

Patientenverfügung mit medizinischem Hintergrundwissen erstellt

Seit 2009 ist in § 1901a und 1901b gesetzlich geregelt, dass der Inhalt einer Patientenverfügung für alle Beteiligten verbindlich ist. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Patientenwille für die konkreten Behandlungssituationen eindeutig daraus hervorgeht. In der Praxis sind Patientenverfügungen aber sehr oft nicht präzise genug formuliert.

Gerichtsurteil:

Der Bundesgerichtshof hat am 06.07.2016 (Az. XII ZB 61/16) dazu ein Urteil gefällt. Demnach müssen Behandlungssituationen und Maßnahmen, die vorzunehmen oder zu unterlassen sind, eindeutig daraus hervorgehen.

Warum überhaupt eine Patientenverfügung?

Sollten Sie in die Situation geraten, Ihren Willen nicht mehr äußern zu können, kann nur eine Patientenverfügung darüber Aufschluss geben, welche Behandlung Sie in einer bestimmtem Situation möchten, oder was Sie nicht möchten.

Mit ihr können Sie Ihren Angehörigen und den behandelnden Ärzten Ihren konkreten Willen zur Durchführung einer Behandlung mitteilen, aber auch den Wunsch zu Behandlungsabbrüchen.

Worauf sollten Sie achten:

In den Medien wird häufig über Patientenverfügungen und Vorsorgevollmacht berichtet. Es wird darauf hingewiesen, wie wichtig diese Verfügungen sind. Leider wird dabei selten erwähnt das nur eine sorgfältig mit medizinischem Fachwissen und Ihren eigenen Wertvorstellungen erstellte Patientenverfügung, im Bedarfsfall auch berücksichtigt wird.

Man spricht darüber, dass in Deutschland etwa ein Drittel der Bevölkerung eine Patientenverfügung besitzen, von denen allerdings nur ein ganz kleiner Prozentsatz verwendbar ist. Sie sind entweder sehr allgemein formuliert oder ohne medizinische Fachkenntnisse erstellt worden. Spätestens seit dem BGH-Urteil vom 6.7.2016 (AZ: BGH, 06.07.2016 – XII ZB 61/16) muss die Zahl der unbedenklich verwendbaren Patientenverfügungen noch weiter nach unten korrigiert werden.

Welche Formulare?

Vorgefertigte Formulare, die Sie aus dem Internet downloaden können oder die verschiedene Organisationen zur Verfügung stellen, können bestenfalls als Orientierungshilfe genutzt werden. Es reicht nicht aus, einen formjuristischen Text zu erstellen. Das A & O ist medizinisches Hintergrundwissen. Sie müssen medizinische Vorgänge und Abläufe in erster Linie verstehen, um entscheiden zu können, was Sie davon in Anspruch nehmen möchten und was nicht.

Eine Patientenverfügung zu erstellen, erfordert einiges an Vorbereitung. Dazu gehört das Erarbeiten ihrer eigenen Wertvorstellungen. Sie sind das Grundgerüst einer jeden Patientenverfügung. Des Weiteren sind Gespräche mit ihren Angehörigen und der Person, die Ihre Wünsche einmal in Ihrem Sinne umsetzen soll, unausweichlich. Je mehr Sie über dieses Thema sprechen, desto leichter fällt es Ihren Angehörigen, die Patientenverfügung in Ihrem Sinne umzusetzen und vor allen Dingen durchzusetzen.

Bedenken Sie:

Die beste Patientenverfügung ist nutzlos, wenn sie nicht in Ihrem Sinne umgesetzt wird.

Lassen Sie sich jetzt umgehend zum Thema Patientenvorsorge beraten.

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt.

„Regel, was Du regeln kannst, solange Du es selber regeln kannst. Wenn andere für Dich entscheiden müssen, wirst Du geregelt“!

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